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Die Schälmüllerei

An Industriegetreide, welches zur Herstellung von Nährmitteln benötigt wird, werden besonders hohe Ansprüche gestellt, besonders hinsichtlich des Geruchs und des Aussehens. Neben diesen optischen Qualitätskriterien spielen natürlich auch andere Faktoren eine Rolle, die Einfluss auf die Verarbeitbarkeit haben. Die Ermittlung des Feuchtigkeitsgehaltes, die Durchführung der Besatzanalyse und der Mineralstoffbestimmung entsprechen in Zweck und Durchführung dem, was schon bei den anderen Getreidearten beschrieben wurde.


1. Hektolitergewicht

1.1 Zweck

Ermittlung des Schütt- (Natural-) Gewichts zum Vergleich mit den Mindestanforderungen (z. B. Hafer 55 kg/hl)

1.2 Durchführung

Der Hektoliterprober (1/4 l - Messgefäß) wird nach Vorschrift befüllt, die im Messgefäß enthaltene Getreidemenge gewogen und das hl-Gewicht abgelesen.

 

2. Tausendkorn-, Tausendkerngewicht

2.1 Zweck

Ermittlung des Gewichts von 1000 Körnern, bzw. 1000 Kernen (ohne Spelzen) um Rückschlüsse auf die Ausbeute machen zu können.

2.2 Durchführung

Es werden 15 g besatzfreies Getreide abgewogen und die Anzahl der Körner festgestellt. Die festgestellte Kornzahl wird hochgerechnet auf 1000 Körner. Das Gewicht muss dann noch auf die Trockenmasse umgerechnet werden (mit dem Computer).
Wird diese Untersuchung z. B. mit entspelztem Hafer durchgeführt, erhält man das 1000-Kern-Gewicht.

 

 

3. Korndicke

3.1 Zweck

  • Entscheidung über die Annahme der Partie (z. B. Mindestanforderung bei Hafer 90% > 2 mm)
  • Die Größensortierung lässt Rückschlüsse auf die Ausbeute zu

3.2 Durchführung

Eine bestimmte Menge des Getreides wird mit der Hand oder einer Maschine auf Schlitzsieben gesiebt. Der Siebdurchfall wird von der Anfangsmenge subtrahiert, der Rest in Prozent umgerechnet.


4. Korngrößenwert

4.1 Zweck

Beurteilung der Qualität (Ausbeute)

4.2 Durchführung

Eine vorher abgewogene Menge wird mit einer Siebmaschine auf unterschiedlichen Schlitzsieben (2 mm, 2,2 mm, 2,5 mm) gesiebt. Die auf den Sieben verbliebenen unterschiedlich großen Körner werden mit festgelegten Faktoren gewichtet und so der KGW errechnet (z. B. bei Hafer mind. 90).

Abb.: Sortimat

5. Spelzenanteil

5.1 Zweck

Ermittlung des Spelzen- bzw. des Kernanteils als Maßstab für die Ausbeute.

5.2 Durchführung

5.2.1 Entspelzen mit dem Falke-Laborschäler (am Beispiel von Hafer)

50 g werden im Druckluftschäler (7 bar) 40 s entspelzt. Die Spelzen werden zurückgewogen, der Spelzenanteil auf die Trockenmasse bezogen (Hafer z. B. max. 27% i.d.TM).

5.2.2 Entspelzen mit der Hand

Beim Entspelzen mit der Hand wird eine geringere Menge genommen. Alle weiteren Schritte sind identisch mit dem eben Beschriebenen.