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Die Mehlmüllerei
Weizen und Roggen sind in Deutschland traditionell die typischen Brotgetreidearten, dienen somit hauptsächlich der Herstellung von Mehl. Um später befriedigende Backergebnisse zu erzielen, muss der Müller in der Lage sein, dem Bäcker als seinem Kunden die Mehle zu liefern, die dieser für die verschiedenen Gebäcke benötigt. Ohne Kenntnis der Rohstoffbeschaffenheit ist dies jedoch nicht möglich. Um an diese Information zu gelangen, werden im Labor folgende Untersuchungen durchgeführt, sofern bei einer sensorischen Prüfung (Aussehen, Geruch etc.) keine artfremden Auffälligkeiten festgestellt wurden. 1.1 Zweck
1.2 Durchführung
Ermittlung des Feuchtigkeitsgehaltes über den Masseverlust Für diese Untersuchungsmethode stehen im Labor verschiedene Geräte zur Verfügung.
Elektrische Methoden zur Ermittlung der Feuchtigkeit Bei dieser Methode wird die Feuchte über die elektrische Leitfähigkeit des Produkts ermittelt. Der Vorteil dieser Methode liegt im geringen Zeitaufwand.
2. Besatzanalyse Diese Untersuchung wird nur bei Getreide durchgeführt. 2.1 Zweck
2.2 Duchführung Mittels Siebmaschinen und Handauslese werden alle artfremden Bestanteile und nicht einwandfreies Grundgetreide aussortiert, mengenmäßig und prozentual erfasst. Je geringer der Anteil an den verschiedenen Besatzgruppen (Kornbesatz, Schwarzbesatz, tierischer Befall) ist, desto weniger Schwierigkeiten sind bei der weiteren Verarbeitung zu erwarten.
3. Fallzahl Diese Untersuchung wird bei Getreide und Mehl durchgeführt. 3.1 Zweck
3.2 Duchführung Eine Mehl-Wasser-Suspension wird in einem kochenden Wasserbad erhitzt und nach der 5. Sekunde bis zur 60. Sekunde gerührt. Das Rührviskosimeter verbleibt in der höchsten Stellung und es wird die Zeit gemessen, die es benötigt, um durch die verkleisternde Stärke abzusinken (inkl. der ersten 60s). Die Zähigkeit (Viskosität) der Masse hängt von der Amylaseaktivität und damit von der Stärkeschädigung ab.
4. Feuchtkleberbestimmung
4.2 Durchführung Aus einem Weizenmehlteig wird der Feuchtkleber mit 2 %iger Kochsalzlösung ausgewaschen, von anhaftendem Wasser befreit (z. B. Zentrifuge) und gewogen.
5. Gluten Index (Weizen)
5.2 Durchführung
6. Sedimentationswert Diese Untersuchung wird auch nur bei Weizenmehlen durchgeführt. 6.1 Zweck
6.2 Durchführung
7. Mineralstoffbestimmung 7.1 Zweck
7.2 Durchführung Ca. 5 g Mehl oder 2-3 g Schrot werden mit einer Genauigkeit von 0,1 mg ind ein Veraschungsschälchen eingewogen und in einene speziellen Ofen gestellt. Bei 900°C verglühen die organischen Bestandteile der Probe, es verbleiben die anorganischen Mineralstoffe. Nach Abkühlung in speziellen Behältern (Exsikkatoren) wird der Glührückstand zurückgewogen und der prozentuale Mineralstoffgehalt errechnet.
8. Amylogramm Das Amylogramm wird hauptsächlich bei Roggen angewandt, da Roggen wesentlich andere Backeigenschaften besitzt als Weizen. Eine Untersuchung von weizenmehl ist jedoch ebenfalls möglich. 8.1 Zweck
8.2 Durchführung Im Amylographen wird eine Mehl-Wasser-Suspension erhitzt. Ein in der Suspension befindlicher Messfühler misst den durch die verkleisternde Stärke erzeugten Widerstand in Form einer Kurve, die dann ausgewertet werden kann.
9. NIR-Spektroskopie 9.1 Zweck
9.2 Durchführung Das mehlförmige Produkt wird in die Messzelle gegeben. Nach dem Starten des Gerätes erfolgt die Messung automatisch durch optische Messung. Die Ergebnisse liegen innerhalb weniger Sekunden vor und werden ausgedruckt.
Neben den beschriebenen Methoden zur Qualitätsbestimmung werden noch weitere Untersuchungen durchgeführt, die in der Mehlmüllerei jedoch keine entscheidende Bedeutung besitzen. Ein Großteil der aufgeführten Untersuchungen beanspruchen relativ wenig Zeit, so dass die Ergebnisse schnell verfügbar sind. Andererseits haben sie jedoch immer nur eine Komponente und ihren Einfluss auf das Backverhalten untersucht. Die Gesamtheit dieser Untersuchungen erlaubt zwar eine relativ sichere Vorhersage über das Backergebnis, es gibt jedoch weiterführende, aber auch zeitaufwendigere Untersuchungen, die die vorher getroffenen Aussagen bestätigen.
10. Farinogramm Mit dem Farinographen lassen sich bestimmte Teigeigenschaften von Weizenmehlen ermitteln.
10.2 Durchführung Mit einem im Gerät integrierten Kneter wird ein Teig hergestellt, wobei auch die für die Teigbereitung notwendige Wassermenge ermittelt wird. Im Folgenden wird der Widerstand, den der Teig dem Knetarm entgegensetzt, ermittelt und in Form einer Kurve aufgezeichnet.
11. Extensogramm
11.2 Durchführung Ein im Farinographen hergestellter Teig wird zu Strängen geformt und nach unterschiedlicher Gärzeit bis zum Zerreißen gedehnt. Der Dehnwiderstand und die Dehnungslänge werden gemessen und aufgezeichnet. Die entstehenden Kurven werden dann ausgewertet. |
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