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Technischer Produktdesigner - Eine starke Entwicklung

Im Jahr 2006 stellte die Firma Bertrandt erstmals eine größere Gruppe von Produktdesignern ein. Die BBS II Gifhorn eröffneten nach intensiven Gesprächen die Beschulung der Auszubildenden im neuen Bildungsgang.
(Zeitungsartikel über die Planungskonferenz des neuen Berufes -> Vergrößerung durch Mausklick)

Bereits im Jahr 2007 war es aufgrund des großen Zuspruchs möglich eine eigenständige Grundstufenklasse zu bilden. Für den innovativen neuen Beruf wurde in der Region rege Werbung betrieben. Als Erfolg führten fünf weitere Betriebe die Ausbildung zum Produktdesigner/-designerin ein. So starteten im Schuljahr 2007/2008 nun schon 21 Schüler.
Damit können die BBS II Gifhorn, als einzige in Nds., für die Technischen Produktdesigner eine eigenständige Klasse bilden.
Der Erfolgszug des Bildungsganges geht weiter. Erneut steigerten sich im aktuellen Schuljahr 2008/2009 die Schülerzahlen.
(Entwicklung der Schülerzahlen -> Vergrößerung auf Mausklick)


(Anzahl der Ausbildungsfirmen steigt kontinuierlich -> Vergrößerung durch Mausklick)

Es starteten weitere 11 Firmen mit der Ausbildung. Die 38 neuen Auszubildenden werden nun in 2 Grundstufen beschult.
Insgesamt besuchen derzeit 68 Auszubildende dieses Berufes die BBS II Gifhorn. Mit 21 Frauen ist der derzeitige weibliche Anteil (31%) der Auszubildenden für einen technischen Beruf sehr hoch.
Mehr als andere Metall-Ausbildungsberufe bietet das Technische Produktdesign vielen jungen Leuten mit höheren allgemeinen Schulabschlüsse eine berufliche Perspektive. 39 von den 68 gestarteten Schüler (57%) besitzen Abitur, 14 Schüler den Erweiterten Sek. I.

Der Technische Produktdesigner hat in der Region Gifhorn den Ausbildungsberuf des Technischen Zeichners fast vollständig abgelöst und gleichzeitig zu einem massiven Anstieg der Ausbildungszahlen in diesem konstruktiven Bereich geführt.
Die Entwicklung der Neueinstellungen im Raum Gifhorn zeigt nochmals die folgende Grafik.
(Vergrößerung auf Mausklick)

Eine Gegenüberstellung der beiden Berufsbilder des Technischen Produktdesigners und des Technischen Zeichners zeigt die wesentlichen Unterschiede.
(S. Grafik unter -> Vergrößerung durch Mausklick)

Dem Technischen Zeichner fehlt die Integration des inzwischen unabdingbaren Bereiches der CAD-Konstruktion. In der Ausbildung zum Technischen Produktdesigner ist die 3D-CAD-Konstruktion ein zentraler Inhalt. Der klassischen Technischen Zeichnung wird kaum noch Bedeutung beigemessen, da diese zunehmend duch Nutzung oder Übermittlung der Konstruktionsdaten per 3D-Modell verdrängt wird.

Hauptaufgabe des Technischen Produktdesigners ist die konstruktive Umsetzung von (Kunden-) Vorgaben in der 3D-CAD Umgebung. Dies ist ein moderner Beruf, der eine Vielzahl von Branchen abdeckt. Überall wo Produkte entwickelt werden, wie z.B. in der Automobilentwicklung, in der Luft- und Raumfahrttechnik, im Schiffsbau, in der Haushaltswaren- und Spielzeugindustrie, können Technische Produktdesigner ihre Kenntnisse in der 3D-Konstruktion einbringen.

Der Name des Berufs lässt vermuten, dass gestalterisches Arbeiten im Vordergrund steht. Es befindet sich aber eher die konstruktive Umsetzung von Kundenanfragen oder –ideen im Zentrum der beruflichen Tätigkeit.

Seit der Einführung des Ausbildungsganges 2006 ist gemeinsam mit den Betrieben ein innovativer, am Arbeits- und Geschäftsprozess orientierter schulischer Lehrplan entstanden. In einer Reihe von Veranstaltungen unter reger Beteiligung der Ausbildungsfirmen wurden gemeinsam Lernsituationen entwickelt. Dabei wurde auch auf eine Verzahnung von schulischer und betrieblicher Ausbildung geachtet. Der Unterricht ist dabei grundsätzlich projektorientiert ausgerichtet. Beispielhaft ist das Unterrichtsprojekt ‚Vertikutierer’ zu nennen.

Die untere Bildfolge zeigt exemplarisch die erste Freisprechung von Auszubildenden, die in einer großen Veranstaltung mit hoher Beteiligung der Ausbildungsfirmen vollzogen wurde.

Die BBS II Gifhorn hat 2008 die Ausstattung der Schule mit einem eigens für die Technischen Produktdesigner ausgestatteten Computerraum ergänzt.
Herkömmliche Unterrichtsräume und auch die bisherigen Computerräume sind nicht geeignet für die Produktdesigner.
Für die Unterrichtsgestaltung ist die ständige Verfügbarkeit von hochwertigen Rechnern unabdingbar. Der am Arbeits- und Geschäftsprozess orientierte Lehrplan beschreibt Lernsituationen, die nur mit einer entsprechenden Techniksituation umgesetzt werden können. Ein ständiges Wechseln der Räumlichkeiten ist äußerst kontraproduktiv und wäre für diese Branche sehr unprofessionell.
Der Landkreis Gifhorn hat das Potential des neuen Ausbildungsberufes erkannt und die Finanzierung der Ausstattung zu einem Großteil übernommen. Auch die Betriebe waren bereit im Zuge des Sponsorings sich finanziell daran zu beteiligen.
In dem integrierten Unterrichtsraum, dem „Produktdesigner-Raum“ besteht ein stabiles Netzwerk und professionelle CAD-Software (CATIA V5, Pro-E, Solid Works, Inventor) steht für alle Rechner zur Verfügung.

Die Klassen der Technischen Produktdesigner gehören der Fachgruppe Industrielle Metallberufe an.
Der weitgehend selbstständig agierenden Fachgruppe gehören acht Theorielehrkräfte, sowie vier Fachpraxiskollegen an. Die Organisation der Fachgruppe erfolgt über einen Fachgruppenleiter. Die Gruppe besteht in ihrer jetzigen Zusammensetzung und bewährten Struktur seit mehreren Jahren.

Die BBS II Gifhorn beantragt beim Kultusministerium Niedersachsen im Rahmen des Konjunkturpaketes II (Förderschwerpunkt Schulinfrastruktur) Zuwendungen für ein Innovationszentrum Technisches Produktdesign. Unsere Schule ist in diesem Bereich erfolgreich aufgestellt und wir rechnen uns eine gute Zuschlagschance aus.

Im Rahmen der Maßnahme soll die Ausstattung der Schule im Bereich der Technischen Produktdesigner so erweitert werden, dass methodisch der vollständige Prozess der Produktentstehung in der BBS abgebildet werden kann. So soll das bereits vorhandene, innovative Konzept erweitert, und vervollständigt werden. Bedingt durch expandierende Schülerzahlen wird auch die mediale Ausstattung erweitert und ein weiterer Unterrichtsraum „Technisches Produktdesign“ eingerichtet.